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Keine Krisenbranche

„Es ist sehr bedauerlich, dass mit DiTech ein heimisches Unternehmen insolvent ist. Mir ist es jedoch wichtig, festzuhalten, dass es falsch ist, deshalb das Bild des Elektrohandels als ‚Krisenbranche‘ zu zeichnen“, so Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums des Elektro- und Einrichtungsfachhandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der sich massiv dagegen verwehrt, dass eine ganze Branche schlechtgeredet werde.

Er gibt auch zu bedenken, dass es sich bei dem angesprochenen Unternehmen nicht um einen Elektrohändler handelt, sondern vielmehr um ein IT-Computerhandelsunternehmen. „Und dieses beschäftigte sich nicht oder nur geringfügig mit den Hauptumsatzträgern des Elektrohandels“. Und so skizziert der Branchensprecher die Absatzstruktur des Elektrohandels: Mit großen Haushaltsgeräten (Waschautomaten, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Kühlgeräte, Herde) wurde 2013 ein Umsatz in Höhe von 850 Millionen Euro erwirtschaftet, mit kleinen Haushaltsgeräten (Staubsauger, Kaffeemaschinen, Mixer, Rasierer, Zahnpflege etc.) lag er bei 400 Millionen Euro. Der Umsatz mit Unterhaltungselektronik (TV, Audio- und Videogeräten) belief sich auf 790 Millionen, jener mit Telekommunikationselektronik auf  990 Millionen Euro. Der mit dem Bereich „Foto“ im heimischen Elektrohandel erwirtschaftete Umsatz betrug 250 Millionen Euro.

Nach dem Rekordjahr 2013 zeigen sich  im Elektrohandel auch heuer bisher stabile Umsätze: „Auch 2014 gibt es bisher bei den meisten Warengruppen Absatzsteigerungen zu verzeichnen. Das TV-Geschäft - hier hatten wir im vergangenen Jahr  Rückgänge zu verzeichnen - ist extrem von großen Sportereignissen abhängig. Daher sind wir im Jahr einer Fußball-Weltmeisterschaft zu Recht sehr optimistisch“.

Der österreichische Elektrohandel bestehe, neben der großen Filialkette Mediamarkt/Saturn  auch aus tausenden mittelständischen Unternehmen, wobei viele davon in einer der drei großen Kooperationen (Electronic Partner, RedZac - Euronics, Expert) vertreten sind: „Ihr USP sind neben anderem auch ihre Beratungskompetenz, Servicebereitschaft sowie die persönliche Betreuung.“

Die Branche stehe aber unbestritten im - äußerst scharfen - internationalen Wettbewerb.

Vor diesem Hintergrund fordert der Elektrohandel vehement, dass internationale Versandunternehmen endlich auch die Steuern, Abgaben, Gebühren in Österreich zahlen, mit der jedes österreichische Unternehmen bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit belastet wird und auch mit großer Disziplin erträgt, ganz abgesehen von einem kaum mehr durchschaubaren Vorschriftendschungel, der immer unverständlicher wird. Beispielsweise muss der lokale, österreichische Handel die Entsorgungskosten für Elektroaltgeräte von Kunden übernehmen, die nicht hier sondern im Ausland einkaufen. „Damit zahlen wir für unsere Konkurrenten - das kann es ja nicht sein“, so Krejcik abschließend.
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