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Wiens ältestes Ordensspital

Das älteste Ordensspital der Stadt Wien hat am Montag seinen 400. Geburtstag in Anwesenheit zahlreicher Festgäste aus dem In- und Ausland gefeiert. Krankenhaus und Konvent der Barmherzigen Brüder in der Taborstraße 16 wurden im Jahre 1612 vom Chirurgen und Ordensbruder Gabriel von Ferrara gegründet und sind seither ununterbrochen im Betrieb. Bundespräsident Heinz Fischer, Gesundheitsminister Alois Stöger und die Wiener Stadträtin Sonja Wehsely würdigten die medizinischen Spitzenleistungen des Hauses ebenso wie die unverzichtbare Solidarität für Kranke und notleidende Menschen - unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion und ihrem Versichertenstatus.

"Tut Euch Gutes, indem Ihr anderen Gutes tut"

Der Hospitalorden der Barmherzigen Brüder stammt ursprünglich aus dem spanischen Granada und betreibt heute in über 60 Ländern auf fünf Kontinenten 400 Einrichtungen mit rund 60.000 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Frater Ulrich Fischer OH, Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz, zitierte in der Begrüßung im Wiener Rathaus den Leitspruch "Tut Euch Gutes, indem Ihr anderen Gutes tut" und erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Ordens, seiner Freunde und Wohltäter. Gerade in einer schwierigen Zeit wie heute, in der wieder an allen Ecken und Enden gespart werden muss, stimmt eine Feier wie diese zuversichtlich, und auch "die Nähe, für die immer Zeit sein muss".

Der Generalprior in Rom, Frater Jesús Etayo Arrondo OH, erläuterte das Vermächtnis des Ordensgründers Johannes von Gott (1495 bis 1550), notleidenden und bedürftigen Menschen immer und überall bestmöglich zu helfen. Die Idee der Hospitalität sei auch ein Kernanliegen der Kirche, betonte Etayo, und sie sei so kraftvoll, dass sie sich viele zu eigen gemacht haben. Etayo sprach von einem Netzwerk der Hospitalität, das sich mit dem Orden über die ganze Welt ausgebreitet habe. Die Einrichtungen der Barmherzigen Brüder stehen allen Notleidenden und Bedürftigen offen, und daher kämen immer weitere dazu. Diese Offenheit für jeden Menschen sei letztlich auch ein Erfolgsgeheimnis.

Stadträtin Wehsely: Hirn und Herz am richtigen Fleck


Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely würdigte die Kontinuität und Solidarität des Ordens, für die da zu sein, die es brauchen, und auch dann da zu sein, wenn alle wegschauen. "Hier sind Hirn und Herz am richtigen Fleck." Dies gelte für große und kleine Projekte, die immer mit hoher Effizienz und Qualität umgesetzt werden und deshalb auch Vorbild für andere seien, so etwa die Gehörlosenambulanz oder das Dialysezentrum. Als Politikerin gefalle ihr besonders der Grundgedanke der Solidarität, sagte Wehsely. "Es sind die Schwachen, die eine starke Stadt und Solidarität brauchen. Die Barmherzigen Brüder und Wien haben daher eine gute Zukunft."

Bundesminister Stöger sprach von einem besonderen Augenblick: Das Ordensspital der Barmherzigen Brüder stehe für 400 Jahre Medizingeschichte, Pflege und Gesundheitspolitik. Er erinnerte daran, dass die Lebenserwartung der Wiener zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufgrund der hohen Säuglingssterblichkeit im Schnitt 17 Jahre betrug. Wien sei eine Stadt der Kultur, habe aber auch eine "Kultur der Solidarität" aufgebaut. Aufgabe der Gesundheitspolitik sei es, allen Menschen gleichen Zugang zu medizinischen Leistungen zu ermöglichen, die "Sozialbürokratie" sei da oft unsensibel. Er sei daher froh, dass es die Barmherzigen Brüder gibt. Von ihnen könnten viele noch etwas lernen, auch in puncto Innovation und Wirtschaftlichkeit.
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